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BAVC-Impuls

Chemische Industrie in Hessen

Der Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen vertritt die umsatzstärkste Industriebranche in Hessen. 2015 erzielte die hessische Chemie einen Gesamtumsatz von rund 27,0 Mrd. Euro.

Damit hatte sie einen Anteil am Umsatz des gesamten hessischen verarbeitenden Gewerbes von 24,5 Prozent. Mit 14,3 Prozent Anteil am Umsatz der gesamten deutschen Chemie ist Hessen außerdem drittgrößter Chemiestandort unter den Bundesländern nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Beschäftigung
Bezogen auf die Zahl der Beschäftigten war die hessische Chemie mit 59.493 in der amtlichen Statistik erfassten Mitarbeitern im Jahr 2015 die zweitgrößte Industriebranche, nach der Metall- und Elektroindustrie mit 233.788 Beschäftigten.

Unternehmen
Im Jahr 2015 gab es in der Abgrenzung der amtlichen Statistik in Hessen 183 Betriebe der chemischen Industrie. Der Vertretungsbereich der HessenChemie ist demgegenüber deutlich größer.

Zum 31.12.2015 waren 222 Unternehmen mit rund 95.000 Arbeitnehmern Mitglied des Arbeitgeberverbandes HessenChemie. Diese Differenz erklärt sich dadurch, dass eine Reihe der im Verband organisierten Unternehmen aufgrund ihres Tätigkeitsschwerpunktes in der amtlichen Statistik anderen Industriezweigen zugerechnet werden. Die in den zurückliegenden Jahren in starkem Umfang ausgegliederten und heute weitgehend als Unternehmen selbständig operierenden Dienstleistungsbereiche werden in der Industriestatistik nicht erfasst.

Der Arbeitgeberverband HessenChemie betreut in seiner Fachabteilung Kunststoffverarbeitung 40 Mitgliedsunternehmen mit rund 5.700 Beschäftigten.

Spartenstruktur
Bedeutendste Produktgruppe der hessischen Chemieindustrie sind die Pharmazeutika: 42,0 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche wurden im Jahr 2015 mit Erzeugnissen dieser Sparte erzielt.

Der hohe Anteil der Pharmazeutika unterscheidet die Produktionsstruktur der chemischen Industrie in Hessen erheblich von der Bundesebene. Dort entfällt auf diese Produktgruppe nur ein Umsatzanteil von 24,6 Prozent.

Übrigens: Der hessische Chemie- und Pharmastandort mit jahrzehntelanger Tradition und seine ortsansässigen weltbekannten Pharmakonzerne trugen Hessen einst den Spitznamen “Apotheke Deutschlands” ein.

Ausbildung
Für die hessiche Chemie stellt die Ausbildung von Fachkräften von jeher eine bedeutende Investition in die Zukunft dar.

2015 boten die Ausbildungsunternehmen der chemischen Industrie in Hessen 1.536 Ausbildungsplätze an. Hinzu kamen 106 Plätze in Unternehmen der Fachabteilung Kunststoffverarbeitung.

Im Rahmen des für die Chemie ebenso wie für die kunststoffverarbeitende Industrie in Hessen vereinbarten Tarifvertrags "Zukunft durch Ausbildung" leisteten sie damit einen wichtigen Beitrag mit dem Ziel, allen ausbildungswilligen und -fähigen jungen Menschen ein Ausbildungsplatzangebot zu machen.

Kunststoffverarbeitende Industrie in Hessen

Die amtliche Statistik verzeichnet 116 Unternehmen mit knapp 18.300 Beschäftigten in der kunststoffverarbeitenden Industrie in Hessen. Davon sind 40 mit etwa 5.700 Mitarbeitern in der Fachabteilung Kunststoffverarbeitung zusammengeschlossen.

Die kunststoffverarbeitende Industrie stellt Verpackungsmittel, Baubedarfsartikel, Halbzeuge (z.B. Platten, Folien, Schläuche etc.), technische Teile (z.B. für den Fahrzeug- oder Maschinenbau) sowie Gebrauchsartikel her.

Die Fachabteilung Kunststoffverarbeitende Industrie (KVI) vertritt die fachspezifischen Belange der kunststoffverarbeitenden Industrie Hessens. Sie schließt eigene Tarifverträge ab.

Serviceunternehmen in Hessen

Im hessischen Chemiearbeitgeberverband sind zur Zeit 44 "chemienahe" Serviceunternehmen mit rund 10.500 Mitarbeitern zusammengeschlossen.

Dabei handelt es sich um Unternehmen, die im Zuge der Restrukturierung großer Chemieunternehmen durch Ausgründung entstanden und heute selbstständig am Markt tätig sind. Diese Unternehmen arbeiten in unterschiedlichsten Feldern, wie z.B. IT-Dienstleistungen, Instandhaltung, Logistik, Personaldienstleistungen, Aus- und Weiterbildung, Catering u.a.m.

Amtliche Wirtschaftsdaten für den Bereich der chemienahen Dienstleistungen werden bislang nicht gesondert erfasst.
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