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Wiesbaden, der 19.03.2008 11:00 Uhr

Chemiekonjunktur stabil – Risiken nehmen zu

Arbeitgeber fordern Tarifabschluss mit Augenmaß

Nach einem guten Geschäftsjahr 2007 mit einem deutlichen Umsatzplus von 5,6 Prozent und einer guten Ertragslage für die meisten Unternehmen, setzt sich die positive Konjunkturlage der Chemiebranche zunächst fort. Allerdings wird das Wachstum niedriger ausfallen als im Vorjahr. Zunehmende Risiken könnten die Entwicklung für 2008 nachhaltig gefährden.

Anlässlich der Frühjahrspressekonferenz der Chemieverbände Hessen stellte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes HessenChemie, Karl-Hans Caprano, die Ergebnisse der aktuellen Frühjahrsumfrage zur wirtschaftlichen Lage vor. Beteiligt hatten sich 92 Betriebe mit mehr als zwei Dritteln der Beschäftigten im Mitgliederbereich des Arbeitgeberverbandes.

Die Umsätze der chemischen Industrie in Hessen stiegen im vergangenen Kalenderjahr auf knapp 21 Mrd. Euro. Die Preise für Chemieerzeugnisse lagen im Jahresdurchschnitt über alle Cemiesparten hinweg um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hinter diesen Globaldaten verbergen sich im Einzelnen aber sehr differenzierte Entwicklungen. Trotz der guten konjunkturellen Gesamtlage verzeichneten mehr als ein Viertel der Unternehmen in der hessischen Chemie Ertragsrückgänge und bezeichneten die Ertragslage als unbefriedigend oder schlecht. 15 Prozent der Unternehmen haben das Geschäftsjahr sogar mit Verlusten abgeschlossen.

2007 waren 2,2 Prozent mehr Menschen in der hessischen Chemie beschäftigt als noch im Vorjahr. Und das, obwohl 625 Stellen aufgrund des Mangels an qualifizierten Fachkräften nicht besetzt werden konnten. „Mit 1421 neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen haben wir zudem die Orientierungsmarke des Tarifvertrags ‚Zukunft durch Ausbildung’ wieder deutlich übertroffen“, erklärt Caprano.

Die Unternehmen der hessischen Chemie werden auch 2008 erneut mehr investieren als im Vorjahr. Die Erweiterungsinvestitionen machen dabei gut ein Drittel des Investitionsvolumens aus. Bei vielen Unternehmen werden diese Investitionen auch zusätzliche Einstellungen nach sich ziehen.

Ob sich diese erfreuliche Gesamtentwicklung fortsetzen lässt ist fraglich. Fest steht: Die Risiken sind höher als in den Jahren zuvor. Unklar ist zum Beispiel, welche Auswirkungen der drastische Rückgang des Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten 2008 auf die weltweite Nachfrage nach Chemieprodukten haben wird. Zudem sind mittlerweile die Belastungen durch die Rohölpreise, ebenso wie durch die Dollarkursentwicklung, in vielen Unternehmen nicht mehr ohne weiteres zu kompensieren.

„Viele dieser Risikofaktoren können wir nicht selbst beeinflussen“, macht der Verbandsvorsitzende deutlich. „Was wir aber brauchen, ist ein Tarifabschluss mit Augenmaß. Dafür werben wir auch bei der IG BCE.“ Ein solcher Abschluss müsse auch für die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen verkraftet werden können, bei denen sich die Wirtschaftslage zum Teil deutlich schlechter entwickelt habe.

Gerade die moderate Tarifpolitik der Chemiesozialpartner in den vergangenen Jahren habe zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und zum Personalaufbau beigetragen. „Diese Erfolge dürfen wir jetzt nicht durch einen zu hohen Abschluss aufs Spiel setzen“, so Caprano.

Abschließend fordert der Vorstandsvorsitzende, den Keil zwischen Brutto und Netto zu verringern. Der berechtigte Wunsch der Beschäftigten, von den steigenden Einkommen auch mehr im Portemonnaie zu behalten, richtet sich somit an den Staat.

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