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Wiesbaden, der 02.06.2009 12:24 Uhr

Flächentarifvertrag bewährt sich in der Krise

Trotz Wirtschaftskrise sind die Beschäftigungszahlen in der hessischen Chemie noch weitgehend stabil. Die Unternehmen planen für die Zukunft und bieten in diesem Jahr über 1 500 Auszubildenden eine Chance zum Berufseinstieg. Der Arbeitgeberverband stel

Die hessische Chemie befindet sich in einer tiefen Rezession. Nachfrage, Produktion und Umsatz sind im letzten Quartal 2008 massiv eingebrochen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres lagen die Umsätze teilweise um mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. „Die Kapazitätsauslastung ist in Folge der überwiegend schlechten Auftragslage niedriger als wir es in allen konjunkturellen Schwächephasen der letzten 20 Jahre ermittelt haben“, erklärt Dr. Axel Schack, Hauptgeschäftsführer von HessenChemie. Die Auslastung beträgt im Bereich der „klassischen“ Chemie im Durchschnitt nur etwas mehr als 70 Prozent. Noch im Sommer 2008 lag sie bei 85 Prozent. Die Erträge sind drastisch geschrumpft und werden von den Unternehmen zu zwei Drittel als „kaum befriedigend“ oder „schlecht“ bezeichnet. „Wir erwarten, dass auch das Investitionsvolumen des Vorjahres nicht erreicht wird“, so Schack. Die Pharmaunternehmen bezeichnen die Situation dagegen immer noch als „befriedigend“. Für die pharmazeutische Industrie rechnet der Arbeitgeberverband in diesem Jahr sogar mit einem leichten Wachstum. Schack äußerte die Hoffnung, dass der freie Fall gestoppt sei. „Vereinzelt hören wir, dass Teile der Auslandsnachfrage wieder in Bewegung kommen. Zudem sind die Läger in den Abnehmerindustrien praktisch leer. Was jetzt gebraucht wird, muss also neu bestellt werden“, erklärt Schack.

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage war die Zahl der Beschäftigten Ende März um etwa 200 (0,3 Prozent) höher als Ende März 2008. „Allerdings haben wir als Verband in den letzten Wochen eine Reihe von Personalabbauverfahren beratend begleitet. In diesen Unternehmen werden in den kommenden Wochen und Monaten gut 1000 Stellen wegfallen“, beschreibt Schack. „Trotzdem können wir sagen, dass die Personalpolitik der Unternehmen derzeit darauf ausgerichtet ist, betriebsbedingte Kündigungen soweit wie möglich zu vermeiden“, so der Hauptgeschäftsführer weiter. Zwei Gründe führt er an: Erstens wolle man nach der Krise die eingespielte Mannschaft an Bord haben und zweitens habe man realisiert, dass die demografische Entwicklung unaufhaltsam fortschreite. Daher gelte es, einem Fachkräftemangel vorzubeugen.

Um Personal zu halten, können die Unternehmen auf ein breit gefächertes Maßnahmenrepertoire zurückgreifen: Neun von zehn befragten Unternehmen der „klassischen“ Chemie haben Neueinstellungen und Überstunden auf Ausnahmefälle reduziert. 80 Prozent bauen Zeitguthaben der Mitarbeiter ab und nahezu die Hälfte der befragten Unternehmen muss Kurzarbeit durchführen. Die chemische Industrie hat in den zurückliegenden Jahren zudem eine ganze Reihe von besonderen tariflichen Flexibilisierungsinstrumenten geschaffen, allen voran die Korridore für die Arbeitszeit und das Entgelt. Dazu ist jeweils eine Betriebsvereinbarung und in bestimmten Fällen die Zustimmung der Tarifvertragsparteien erforderlich. Ein Viertel der Unternehmen nutzt bislang mindestens eines dieser Instrumente.

Sehr erfreulich sei die Planung für die Ausbildung. Im Bereich Chemie und Pharma steigt das Angebot von 1486 Plätzen auf gut 1500 an. Bei den Kunststoffverarbeitern geht es lediglich leicht zurück. In beiden Fällen wird aber die mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) tarifvertraglich vereinbarte Sollzahl deutlich übertroffen. Nicht ohne negative Auswirkung bleibt die Rezession bei der Übernahme. Die Unternehmen werden etwa 72 Prozent der Absolventen in ein Beschäftigungsverhältnis übernehmen. Diese immer noch vergleichsweise hohe Übernahmequote liegt um etwa 10 Prozent niedriger als in den letzten Jahren. Bislang gelingt es aber, den größten Teil der Absolventen in anderen Unternehmen unterzubringen.

„Das System, der in den zurückliegenden Jahren so kontrovers diskutierten Flächentarifverträge, hat sich in einer der schwersten wirtschaftlichen Krise der Nachkriegsgeschichte bewährt. Es leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Unternehmen die Rezession mit weitgehend intakter Personal-Infrastruktur durchstehen können“, betont Schack zum Abschluss seiner Ausführungen.

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