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Wiesbaden, der 19.06.2012 15:50 Uhr

Fachkräftesicherung braucht Weitsicht

8. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik

Der Fachkräftemangel ist in der hessischen Chemie angekommen. Einer Umfrage der HessenChemie zufolge, ist fast die Hälfte der Unternehmen akut von Fachkräftemangel betroffen. Jene Unternehmen, die noch nicht betroffen sind, rechnen in den kommenden Jahren mit ähnlichen Herausforderungen. Die 8. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik machten genau diese Ergebnisse zum Thema. Am 19. Juni diskutierten 170 Teilnehmer aus Unternehmen, Sozialpartnern, Politik und Medienvertretern im Wiesbadener Kurhaus über den Fachkräftemangel.

Veranstaltungen zum Thema Fachkräftemangel haben Hochkonjunktur und liegen im Trend. Bei vielen bleibt es aber bei der Frage, ob es sich um ein Phantomleiden oder um echte Schmerzen handelt. Eine einheitliche Diagnose ist aus Sicht des Arbeitgeberverbandes HessenChemie schwer. Es gibt große Unterschiede zwischen einzelnen Branchen, Regionen und Berufen. Auch die chemische Industrie ist betroffen. Deshalb haben die Sozialpartner der Chemie die Folgen des demografischen Wandels bereits frühzeitig zum Thema gemacht und 2008 mit dem Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie einen neuen Kurs für die unternehmerische Personal- und Sozialpolitik eingeschlagen. Diesen Kurs halten sie auch mit dem im Mai 2012 abgeschlossenen Tarifvertrag, der weitere wegweisende Tarifkomponenten enthält.

Mit den 8. Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik und dem zu diesem Anlass im F.A.Z.-Verlag veröffentlichten Buch „Von Leuchttürmen, Nebelbänken und Eisbergen – Fachkräftesicherung braucht Weitsicht“ richtet HessenChemie den Blick nach vorne und will Unternehmen Orientierungshilfe geben. „Aus dem Blickwinkel der fiktiven „Max Muster GmbH“ wollten wir wissen, wie ein Muster-Szenario zur Fachkräftesicherung aussehen kann“, erklärt Karl-Hans Caprano, Vorsitzender des Vorstandes der HessenChemie, die Auswahl der Themen, Redner und Autoren. Autor und Redner bei der Veranstaltung, Professor Herbert Brücker gibt den Unternehmen zum Beispiel den Rat, strategisch und langfristig zu planen: „Man kann davon ausgehen, dass es keinen riesigen Pool an Arbeitskräften mehr geben wird, aus dem die Besten ausgesucht werden. Deshalb benötigt man eine strategische Planung, die Orientierung über das notwendige Maß an Qualifizierung und Weiterbildung schafft, oder wann und wie viel in Ausbildung investiert werden muss.“ Der Ausgleich der fehlenden Arbeitskräfte über den Produktivitätsfortschritt ist für den Arbeitsmarktforscher Brücker keine Lösung: „Der Produktivitätsdurchschnitt Deutschlands sinkt tendenziell. Das hat auch mit dem Trend zugungsten der Dienstleistungen zu tun.“ Brücker plädiert für eine Strategie zur Anwerbung von qualifiziertem Personal im Ausland. Er verweist dabei auf die Höhe der Arbeitslosigkeit in Griechenland, Portugal und Spanien.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die strategische Personalplanung zur unverzichtbaren Entscheidungsgrundlage für alle Bereiche der Unternehmensplanung werden sollte. Darüber hinaus hob der Hauptgeschäftsführer von HessenChemie, Axel Schack hervor: „Das Ansehen, dass sich Unternehmen bei ihren Kunden mit guten Produkten und exzellenten Serviceleistungen aufgebaut haben, muss in Zukunft auch für den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke genutzt werden.“

Bei der fiktiven „Max Muster GmbH“ des Tagungsbandes wird, um die Attraktivität für Nachwuchskräfte zu erhöhen, ein Maßnahmenpaket zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschnürt und das Portfolio an Nebenleistungen neu ausgerichtet. Das schon immer starke Engagement in der betrieblichen Berufsausbildung wird weiter gestärkt. Viele Mitgliedsunternehmen der HessenChemie beschäftigen sich bereits mit derartigen oder auch weitergehenden Überlegungen. Dies macht auch das Ergebnis der Verbandsumfrage deutlich. Zwei Drittel der an der Umfrage beteiligten Unternehmen nennen zum Beispiel „vorausschauende Ausbildung“ als besonders erfolgsversprechende Maßnahme. Auch eine „systematische Personalentwicklung“ gilt als besonders erfolgversprechend (73 Prozent).

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