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Wiesbaden, der 28.11.2013 15:49 Uhr

Jugendliche und Europaexperten diskutierten auf Einladung der HessenChemie

Was tun gegen hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa?

Am 25. November führte der Arbeitgeberverband HessenChemie bereits zum achten Mal seinen „Europa-Dialog“ durch, und doch war es eine Premiere. Denn erstmals war die Veranstaltung öffentlich und erstmals waren hauptsächlich junge Menschen eingeladen. „Wir möchten nicht über junge Leute reden, wir möchten mit ihnen reden“, sagte Jürgen Funk, Geschäftsführer Bildungspolitik der HessenChemie. Und die kamen zahlreich nach Wiesbaden: Schüler, Auszubildende und junge Arbeitnehmer stellten die große Mehrheit der rund 100 Besucher.

Auf dem Plan stand das Thema „Jugendarbeitslosigkeit in Europa“ - angesichts einer durchschnittlichen Quote von fast 24 Prozent in den EU-Ländern brandaktuell. Trotz oder gerade wegen dieser kritischen Lage müsse man sich für Europa interessieren, sagte der hessische Sozialminister Stefan Grüttner. „Immer mehr Themen, die Sie betreffen, werden in Europa entschieden.“ Wie europäische Lösungsansätze konkret aussehen können, veranschaulichte Grüttner am Beispiel eines Abkommens, das im Sommer zwischen Hessen und der Autonomen Region Madrid geschlossen wurde. Dieses erleichtere es jungen Spanierinnen und Spaniern, in Deutschland einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Gleichzeitig könnten deutsche Unternehmen damit ihrem Fachkräftemangel entgegenwirken. Der Minister lobte zudem den Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ der Chemiesozialpartner. Er sei ein wichtiger Beitrag, um Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden und den Fachkräftebedarf der Branche zu sichern. In einem leidenschaftlichen Plädoyer für Europa hob der Europaabgeordnete Thomas Mann die Möglichkeiten einer gemeinsamen Problembekämpfung hervor - etwa durch den Europäischen Sozialfonds.

Die Teilnehmer erfuhren auch, dass die europäische Entscheidungsebene gar nicht so weit weg ist, wie viele glauben. Wie die hessischen Interessen in Brüssel eingebracht werden können, veranschaulichte Friedrich von Heusinger, Leiter der Hessischen Landesvertretung in Brüssel. Dr. Detlef Eckert, Direktor für Beschäftigung bei der EU-Kommission, stellte europäische Initiativen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vor, darunter die kürzlich vereinbarte „Jugendgarantie“, die vorsieht, dass jeder arbeitslose Jugendliche in der EU innerhalb von vier Monaten ein Ausbildungs-, Job- oder zumindest ein Praktikumsangebot bekommt.

Diese „Jugendgarantie“ war auch eines der Themen im Podiumsgespräch mit Vertretern politischer Jugendorganisationen. „Nicht der Staat schafft die Jobs, sondern die Unternehmen“, sagte der Jungliberale Elias Knell. Melanie Haubrich von den Jungen Sozialisten fand hingegen, die Jugendgarantie sei ein guter Anfang, jetzt komme es auf die Ausgestaltung an. Einig waren sich beide mit ihren Kollegen von Junger Union und Jungen Grünen, dass die EU-Staaten mehr in die Bildung investieren müssten - gerade auch Deutschland, trotz seiner im internationalen Vergleich relativ niedrigen Quote von weniger als acht Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Nur so lasse sich sicherstellen, dass Entwicklungschancen nicht hauptsächlich von der sozialen Herkunft abhängen.

Je besser die Ausbildung, desto bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt - das hob Antoine Kerwien von der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) hervor und berief sich dabei auf die Ergebnisse der jüngsten OECD-Bildungsstudie.

Auch Best-Practice-Beispiele für konkrete Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit kamen beim Europa-Dialog nicht zu kurz. Andreas Sehrbrock und Noemi Stellbogen vom Fachkräfteentwickler Provadis, einem Mitgliedsunternehmen der HessenChemie, stellten „StartPlus“ vor, eine Initiative der Chemiesozialpartner. In ihrem Rahmen macht Provadis Jugendliche, die bislang keine Chance auf dem Ausbildungsmarkt hatten, fit für die Ausbildung. „Im zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr konnten wir allen 16 Teilnehmern einen Ausbildungsplatz vermitteln“ sagte Sehrbrock. Ebenso erfolgreich arbeiten die „Joblinge“, eine bundesweite Initiative, an der sich die HessenChemie beteiligt. „Die Jugendlichen lernen bei uns, wie man sich Chancen eröffnet und dass man Hindernisse wegarbeiten kann“, so der Frankfurter Projektleiter Kadim Tas.

Das jugendliche Publikum verfolgte die Beiträge interessiert und stellte zahlreiche Fragen. Unter den Zuhörern war von Europa-Verdruss nichts zu spüren, sodass der Appell Jürgen Funks vermutlich auf offene Ohren stieß: „Am 25. Mai ist Europawahl. Sofern Sie bereits wählen dürfen: Gehen Sie wählen!“

Kooperationspartner der HessenChemie beim 8. Europa-Dialog waren die Joblinge, die Wiesbadener Murnaustiftung und das Kulturzentrum Schlachthof. Medienpartner war der Wiesbadener Kurier, dessen Redakteur Karl Schlieker durch die Veranstaltung führte.

Bilder zur Veranstaltung finden Sie auf www.flickr.com
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