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Wiesbaden, der 24.03.2014 09:23 Uhr

Energiewende wirft Schatten auf Chemie

Die Energiewende ist die große Unbekannte in den Wirtschaftsprognosen der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Dies wurde heute bei der Frühjahrspressekonferenz der Chemieverbände Hessen in Frankfurt erneut deutlich. Nach einem zufriedenstellenden Jahr 2013, gehen die Verbände für 2014 zwar auch von einem leicht auf 1,5 Prozent abgeschwächten Umsatzwachstum aus, mittelfristig sehen sie aber Gefahren.

Die Kosten für energieintensive Industrien dürften angesichts des Wettbewerbs mit Ländern, in denen die Strompreise nur einen Bruchteil der deutschen betragen, nicht weiter ungebremst steigen, warnte Dr. Helmut Prestel, in Hinblick auf die anstehende Novellierung des Erneuerbare- Energien-Gesetzes (EEG). Das Vorstandsmitglied des Verbands der Chemischen Industrie Hessen beklagte zudem, dass noch immer ein Gesamtkonzept des Bundes für die Energiewende und damit jegliche Planungssicherheit fehlten.

Prestel wies darauf hin, dass die Belastungen für die Chemiebranche aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dem Emissionshandel und der Stromsteuer trotz Entlastungsregelungen bereits bei über 1,3 Mrd. Euro lägen. Er trat der Vorstellung entgegen, dass die steigenden Strompreise ausschließlich zu Lasten der Verbraucher gingen. 95 Prozent der hessischen Industrie-Unternehmen zahlten die volle EEG-Umlage. Von den 135 in Hessen befreiten Firmen seien 37 im weitesten Sinne der Chemie zuzuordnen.

Welche Bedeutung die Auslandsmärkte mittlerweile für die hessische Chemie haben, wird an den Zahlen für 2013 deutlich, die die Verbände vorstellten. Der Umsatz von Pharma- und Chemieunternehmen wuchs um 3,5 Prozent, wobei die Firmen im Ausland 4,1 Prozent mehr Umsatz erzielen konnten, während das Inlandsgeschäft nur um 1,9 Prozent zulegte. Differenziert nach klassischer Chemie und Pharma klafft die Schere noch weiter auseinander: Pharma legte im Inland um 3,5 Prozent zu, im Ausland dagegen um 8,6 Prozent.

Die Chemieverbände setzen daher sowohl in der Energie- als auch in der Gesundheitspolitik auf die Hessische Landesregierung. Stärker als in Berlin habe sich in Wiesbaden die Erkenntnis durchgesetzt, in welchem Maße die zukünftige medizinische Versorgung in Deutschland, von der die Gesundheitsindustrie ein Teil ist, von gesundheitspolitischen Weichenstellungen abhängt. Als erfolgreichen Schritt in die richtige Richtung bezeichnete das Vorstandsmitglied die „Initiative Gesundheitsindustrie Hessen“, in der die Landesregierung mit Unternehmen, Hochschulen und der Gewerkschaft IG BCE auf Zukunftsfragen der Gesundheits- und Industriepolitik Antworten sucht.

„Der Industrie- und Wirtschaftsstandort zieht seine Stärke aus einer eigenständig wachsenden Industrie, deren wesentliche Säule die Chemie ist. Vorrangiges Ziel muss es sein, deren Investitionskraft zu bewahren“, sagte das VCI-Vorstandsmitglied.

Angesichts des sich abzeichnenden Nachwuchsmangels in der Chemie- und Pharmabranche verwies Prestel auf das Engagement der Mitgliedsfirmen in der beruflichen Bildung: 1.521 Ausbildungsstellen habe die Branche 2013 bereitgestellt. Dieses Niveau werde auch 2014 gehalten. Zugleich erinnerte Prestel an die Initiativen der Chemieverbände in der schulischen Bildung, die sich allein pro Jahr mit Beträgen zwischen fünfzig- bis hunderttausend Euro für eine Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts engagierten: von Lehrerfortbildungen bis hin zur Ausstattung von Schulklassen mit Experimentierkisten. Damit unterstützten die Verbände die Landesregierung bei ihrem Bestreben, die Qualität des Unterrichts anzuheben. Er regte an, die Industrie stärker in die Schulentwicklung, beispielsweise über den Bildungsgipfel, einzubinden. „Dies wäre ein Meilenstein in zukunftsweisender Schulpolitik.“

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Arbeitgeberverband Chemie und
verwandte Industrien für das Land Hessen e.V. (HessenChemie)

Ole Richert, Pressesprecher
Murnaustraße 12, 65189 Wiesbaden
Tel: 0611 / 7106-46
Fax: 0611 / 7106-66
E-Mail: richert (at) hessenchemie (dot) de

Verband der chemischen Industrie e.V.
Landesverband Hessen

Sula Lockl, Pressesprecherin
Mainzer Landstraße 55, 60329 Frankfurt/Main
Telefon: 069 / 2556-1430
Fax: 069 / 2556-1619
E-Mail: lockl (at) vci (dot) de
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