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Wiesbaden, der 14.10.2014 14:25 Uhr

Der Unternehmer als Familienpolitiker?

Müssen Unternehmen einspringen, wo der Staat Fehler macht und was hilft Familien und Unternehmen wirklich? Im Wiesbadener Kurhaus diskutierten am Dienstag Experten aus Wissenschaft, Politik und Unternehmen über die Wirkung familienpolitischer Maßnahmen. Die vom ZDF Reporter Norbert Lehmann moderierte Veranstaltung betrachtete die Familienpolitik vor allem aus dem Unternehmensfokus. Der Arbeitgeberverband HessenChemie widmete seine 10. Wiesbadener Gespräche einem Thema, das sich zu einem gesellschaftspolitischen Dauerbrenner entwickelt hat.
Ob Elterngeld, Ehegattensplitting oder Kitaplätze: Gemein ist diesen Begriffen nicht nur ihre mediale Präsenz, sondern auch, dass sie alle Teile der sozialstaatlichen Familienpolitik sind. Damit sind die Maßnahmen gemeint, mit denen die Politik gesetzliche Regelungen gestaltet, die die Familie beeinflussen. Aber längst nicht alle der zahlreichen Maßnahmen sind auch erfolgreich: „Während Familien hierzulande vor allem monetär über Gebühr gefördert werden, wäre es familienpolitisch ratsam, in Deutschland weiter eine qualitativ und quantitativ gut ausgestattete Kinderbetreuungsinfrastruktur voranzubringen“, meinte Professor Michael Hüther, Direktor am Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Doch bei allen Anstrengungen in Deutschland fehle es nach seiner Auffassung immer noch an U-3-Plätzen und Ganztagsbetreuung. „Das ist der Fluch der langen Versäumnisse“, so Hüther vor den 150 Teilnehmern. Hier werden mittlerweile Unternehmen als Betreiber von Kindertagestätten aktiv. Und auch sonst versuchen Arbeitgeber die Vereinbarkeit von Beruf und Familien zu fördern, wo der Staat keine Lösung anbietet.

Die Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik finden seit 2005 einmal jährlich im Kurhaus Wiesbaden statt. Die Veranstaltung greift aktuelle Themen auf, die sich in den für die Mitgliedsunternehmen wichtigen Fragen der Tarif- und Sozialpolitik widerspiegeln und eine gesamtgesellschaftliche Relevanz haben. Jedes Jahr erscheint zu den Wiesbadener Gesprächen ein Tagungsband im F.A.Z.-Verlag unter dem gleichen Titel. Das Buch enthält u. a. Beiträge von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Hessens Sozialminister Stefan Grüttner, der Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie, Magret Suckale (BASF) sowie IG BCE Vorstandsmitglied Edeltraud Glänzer. Die Unternehmen B. Braun, Abbvie und Technoform berichten aus der Unternehmenspraxis. Darüber hinaus behandelt das Buch in fünf weiteren Beiträgen, wie sich die Familie der Zukunft wandelt und immer neue Anforderungen an die Familienpolitik und die Unternehmen stellt.

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Fragen richten Sie bitte an:

Arbeitgeberverband Chemie und
verwandte Industrien für das Land Hessen e.V.
Ole Richert, Pressesprecher
Murnaustr. 12, 65189 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 7106-46 oder 0162 / 2710646
Fax.: 0611 / 7106-78
E-Mail: richert (at) hessenchemie (dot) de
Internet: www hessenchemie de
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