Pressemitteilungen
Wiesbaden, der 20.04.2015 11:53 Uhr

Ein Blick „zurück nach vorne“

Konjunktur der hessischen Chemie weiter moderat. Ein Jahr Schwarz-Grün in Hessen: Licht und Schatten aus Sicht der Branche

Nach einem nicht zufriedenstellenden Jahr 2014 gehen die hessischen Chemieverbände für 2015 von einem leichten Umsatzrückgang aus. Insbesondere das letzte Quartal 2014 entsprach in allen Bereichen nicht den Erwartungen. Produktion, Preise und Umsatz gingen im Vergleich zum Vorquartal zum Teil markant zurück. Durch dieses schwache letzte Quartal schloss die Branche das Jahr 2014 mit einem Umsatzplus von nur einem Prozent ab. Dennoch haben die Unternehmen der hessischen chemischen und pharmazeutischen Industrie auch in 2014 einen leichten Beschäftigungsaufbau realisiert. So wies die amtliche Statistik ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Die Anzahl der Ausbildungsplätze konnte in 2014 auf einem konstanten Niveau von 1.521 gehalten werden.

Im Rahmen der Frühjahrs-Pressekonferenz der Chemieverbände Hessen wies Dr. Bernd Reckmann, Vorsitzender des VCI Hessen und Mitglied der Geschäftsführung von Merck KGaA auf die relevanten standortpolitischen Rahmenbedingungen der Branche hin.

Die Energiewende fordere den Industriestandort in hohem Maße heraus. „Die Energiekosten sind ein Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit auf der globalen Bühne“, sagte Reckmann. Ein Alarmsignal für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes sei der starke Anstieg der Investitionen der Branche im Ausland. Generell gälte es, eine nationale oder regionale „Energieautarkie“ zu vermeiden und vielmehr die Vollendung des europäischen Energiebinnenmarktes, der von der Europäischen Kommission vorgesehen ist, voranzutreiben. Politik müsse an dieser Stelle dringend für Planungssicherheit für Investitionsvorhaben sorgen.

Hessen verfüge über eine hohe Dichte an innovativen und leistungsstarken Unternehmen. Innovationen stehen für den Erhalt des Wohlstandes einer Gesellschaft und ihrer Arbeitsplätze und führen zu Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen – von Klimaschutz und Ressourcenschonung bis hin zum Gesundheitswesen. Hier kommt der Chemie und Pharmabranche eine Schlüsselrolle zu. „Um dies zukünftig zu sichern benötigt die Industrie mehr Offenheit und Akzeptanz für neue Produkte und Verfahren“, so Reckmann. Hier erwarte die Branche mehr Unterstützung von Bund und Land. Die Finanzierung von Forschungskooperationen und Wagniskapitalkultur sei unterentwickelt. Auch die geringe Akzeptanz für Teile der Biotechnologie und Gentechnik als Instrument zur Realisierung einer erfolgreichen Bioökonomie sei problematisch. Der Beitritt Hessens zum Netzwerk gentechnikfreier Regionen sei in diesem Kontext ein wenig innovationsfreundliches Signal.

Im Bereich der Bildungsaktivitäten wies Reckmann auf die sehr gute Kooperation mit der Landesregierung hin und bot verstärkte Zusammenarbeit gerade im Rahmen des Betreuungsprogrammes „Pakt für den Nachmittag“ an. Man habe die Mittel in 2015 aufstocken können und habe somit die Gelegenheit, die naturwissenschaftlichen Bildungsangebote noch breiter anzubieten. „Wir laden die Landesregierung und die Schulen im Land ein, diese Chance zu nutzen und von unseren Angeboten vermehrt Gebrauch zu machen“, so Reckmann.

Auch im Rahmen der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen habe sich die Landesregierung innovativ gezeigt und eine Plattform geschaffen, auf der Politik gemeinsam mit Hochschulen und Unternehmen der hessischen Gesundheitsindustrie sowie der Gewerkschaft IG BCE im Werkstattprinzip ressortübergreifend an konkreten aktuellen Fragestellungen sowie einer langfristigen Entwicklungsstrategie für die Gesundheitsindustrie arbeite. Analog zum Koordinator für Luft- und Raumfahrt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie denkt die IGH hier an einen Koordinator für Gesundheitsindustrie auf Bundesebene.

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